Deutsch -Griechische Städtepartnerschaften und die Chrisí Avjí

Tagung: Vereinigung deutsch-griechischen Gesellschaften (VDGG)
am 9. und 10. November 2012 in Köln
Dr. Diana Siebert – ΠΟΠ Initiativgruppe griechische Kultur e.V.

1.) Deutsch -Griechische Städtepartnerschaften
Der Erfolg von Chrisí Avjí bei den Parlamentswahlen im Mai war schockierend. Noch schockierender war, dass sich bei der zweiten im Juni Wahl erwiesen hat, dass es keine
einmaligen Protestwähler waren, sondern dass diese Nazipartei wieder so viel bekommen konnte. Und noch schockierender ist, dass sie jetzt schon in Umfragen bei 12% stehen. Das Allerschlimmste aber ist, dass die Faschisten damit punkten, dass sie Gemeinschaft, gegenseitige Hilfe und Solidarität (natürlich national, aber) konkret ausbuchstabieren: (Beispiele) / Hilfe, Solidarität – WIR KÖNNEN DAS AUCH. Wir müssen das aber auch tun. Und hier können Städtepartnerschaften eine gute Rolle spielen.

2.) Städtepartnerschaften allgemein In den deutschen wie den griechischen Stadtgesellschaften gibt es einerseits die vertrauenswürdige Nachbarschaftshilfe, aber auch die
– grundsätzlich erst einmal verdächtige – städtische Verwaltung. Der OB Roters hat es gestern schon angedeutet: die Städtepartnerschaften können nur gewinnen, wenn sie auch jenseits von reinem Verwaltungshandeln und Politikervisiten tätig sind. Ich freue mich, dass die beiden OBs von Köln und Thki das so sehen und so handeln.
In dieser Bandbreite zwischen menschlicher Nachbarschaftshilfe und behördlichem Handeln liegt etwa in der Mitte die Arbeit der Partnerschaftsvereine. Die Akteure der
Städtepartnerschaften sind gut dran, wenn sie die strukturell bedingte Trockenheit mit Leben erfüllen.
Warum Trockenheit? Allein schon deshalb, weil es immer eine gewisse Willkür hat, warum ausgerechnet diese eine Stadt mit genau diese anderen Stadt eine Partnerschaft eingeht. Das geht ja auch gar nicht anders. (Beispiel Siebert –Korfu – Thki)

3.) Speziell deutsch-griechische Städtepartnerschaften
Speziell bei den deutsch-griechischen Städtepartnerschaften gibt es mindestens zwei
Ungleichgewichte, die man ansprechen muss:

a.) Die Deutschen führen in den letzten 60 Jahren nach Griechenland um, wie es gestern so schön übersetzt wurde – „eine Art Urlaub zu machen“. Die Griechinnen und Griechen fuhren nach Deutschland, um hier zu leben – Um eine „Art Arbeit zu machen“.

b.) Die Deutschen sind Vereinsmeier. In Griechenland ist das nicht überall ganz fremd (7 verschiedene Blaskapellen auf Korfu), aber meistenorts eben doch.

4. Rolle der MigrantInnen
Dies ist vielleicht zu selbstverständlich, aber es muss gesagt wer den:
Den MigrantInnen und ihren Nachfahren kommt eine besondere Aufgabe bei den Städtepartnerschaften zu.
Das ist sowohl bei der ΠΟΠ, die ich hier vertrete, als auch im Partnerschaftsverein in Thessaloniki für Köln sehr deutlich.

5. Speziell Köln-Thessaloniki Städtepartnerschaft
Der Vorteil bei der Köln-Thessaloniki Städtepartnerschaft ist, dass beide Städte a) groß sind b) gleich groß sind. Von Kultur über Messe bis Müllabfuhr auf Augenhöhe. Und neu im gemeinsamen Programm: Die Bekämpfung des Faschismus. Es gibt also viel zu tun im Jubiläumsjahr 2013.

Schreibe einen Kommentar