Solidaritätskonzert für Griechenland und die „Ärzte der Welt“ in Thessaloniki.

2800 € für Ärzte der Welt in Griechenland

Solidaritaetskonzert 2016_web_0014

Pressebericht für die Initiativgruppe griechische Kultur in Deutschland e.V.
von Jürgen Rompf

Die Initiativgruppe griechische Kultur in Deutschland e.V. (POP) veranstaltete am Sonntag, den 21. Februar in der Kölner Alteburg ein Solidaritätskonzert für Griechenland und die „Ärzte der Welt“ in Thessaloniki. Gemeinsam mit Klaus dem Geiger, dem von ihm geleiteten Kunstsalonorchester, der Sängerin Annabella Pappou, Othon Kaimaktsis sowie Christos Papadopoulos (beide Buzuki) und dem Terpsichore-Chor unter der Leitung von Giorgos Chatziantonis (Rhodos/Köln) gaben die Musiker ein fast dreistündiges Konzert mit Liedern bekannter griechischer Komponisten und Sänger.
Das mit mehr als 260 Gästen besuchte Konzert stand unter der Schirmherrschaft des Griechischen Generalkonsuls Grigorios Delavekouras, der aus Düsseldorf gekommen war. Ebenfalls als Ehrengast war die Präsidentin der Vereinigung der Deutsch Griechischen Gesellschaften (VDGG), dem Dachverband von insgesamt 47 deutsch-griechischen Gesellschaften, Frau Sigrid Skarpelis-Sperk, zugegen.
Nikos Thanos, der 1. Vorsitzende der POP skizzierte in seiner Begrüßung die derzeitige soziale und wirtschaftliche Situation in Griechenland und nannte einige Eckdaten: Jugendarbeitslosigkeit 60%, Erwachsene 26%, Zahlen, die in den vergangenen Jahren konstant geblieben sind. Ebenso erwähnte er die 4000 Flüchtlinge, die an nur einem Tag, den Mittwoch zuvor in Griechenland angekommen waren und nun durch die Abschottungspolitik in Griechenland festsitzen. Wodurch trotz der großen Hilfsbereitschaft der Griechen und Hilfsorganisationen die Situation noch mehr verschärft wird.
Allen Anwesenden aus der Seele sprach Generalkonsul Grigorios Delavekouras als er sagte:
„Unsere gemeinsame Heimat Europa befindet sich in großer Gefahr. Nicht von einem äußeren Feind, aber wir selbst gefährden es. Nur Solidarität und gegenseitiges Vertrauen können die bereits entstandenen Wunden heilen und Europa auf den Weg des Erfolges, der Menschlichkeit und des Wohlstandes bringen.“
Ebenso hob er die Funktion des Ehrenamts der Zivilgesellschaft hervor, das oft Aufgaben übernimmt, wo der Staat an seine Grenzen stoße:
„Das Ehrenamt hat hierzu auch einen bedeutenden Anteil. An dieser Stelle möchte ich den tausenden ehrenamtlichen Helfern der “Ärzte ohne Grenzen” mein Lob aussprechen. Sie leisten auf der ganzen Welt hervorragende Arbeit.“

Frau Sigrid Skarpelis-Sperk verwies in diesem Zusammenhang auf die rege Spendentätigkeit der VDGG. Insgesamt seien bisher mehr als 250.000 € zusammengekommen, die verschiedenen Organisationen in Griechenland überwiesen worden seien.
Sie warnte ausdrücklich davor, dass durch die derzeitige Brexit – Diskussion in den Medien, die Probleme in Griechenland in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund geraten.
Das Konzert war gleichzeitig ein herausragendes musikalisches Ereignis und eine Reise durch die Musikgeschichte Griechenlands der letzten 70 Jahre. Den Anfang machte das Kunstsalonorchester mit drei von Klaus dem Geiger arrangierten Orchesterstücken (Siebenachtel, Makedonikos, Chassapikos). Anschließend gemeinsam mit Annabella Pappou Lieder von Manos Chatzidakis, Mikis Theodorakis, Nikos Roubanis, Stavros Xarhakos.
Ganz anders zeigte sich der Terpsichore-Chor: Neben den oben erwähnten Komponisten und Sängern hatten sie Vasilis Tsitsanis, Markos Vamvakaris, Grigoris Bithikotsis im Repertoire. Außerdem vor allem Volklieder von den Ägäischen Inseln und aus Kleinasien. Schon nach dem zweiten Lied des Chores gab es für das Publikum kein Halten mehr und die ersten Gäste begannen zu tanzen. Sie mündeten immer öfter in den berühmten Kreis der Tanzenden. Hier zeigte sich das Griechenland, das deutsche Urlauber so sehr lieben und dann oft doch so wenig verstehen. Die Tänze haben eine Tradition, die anhand von Terracottaskulpturen bis in die Jungsteinzeit nachgewiesen werden kann. Sie sind älter als Europa und gleichzeitig gehören sie zum ursprünglichsten, was Europa zu bieten hat. Vielleicht sollten wir uns ganz einfach nur immer wieder daran erinnern.