Sonntag den 19. März 2017 18:00 Uhr, Köln – SALONIKA – a city with amnesia

Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch im Filmforum im Museum Ludwig

Salonika-still-1030x579Thessaloniki, einst das Jerusalem des Balkans genannt und heutige Metropole Nordgriechenlands ist Protagonistin der Kurzdokumentation „Salonika – A city with amnesia“. Längst vergessen sind die jüdischen Hafenarbeiter, die Tänze der Derwische und Rufe der Imame. Die Kurzdokumentation soll die Geschichte und den Einfluss der Muslime und Juden in Thessaloniki aufarbeiten, die das Leben der Stadt neben den Christen bis 1942 kulturell und gesellschaftlich prägten.
D/GR/ENG 2017, 12 Min, HD, Buch & Regie: Max Geilke und Mario Forth

thessaloniki-amnesieAnschließend an die Filmvorführung Filmgespräch mit den beiden Filmemachern Mario Forth und Max Geilke. Sowie Podiumsdiskussion mit der Historikerin Rena Molho (“Der Holocaust der griechischen Juden”, Dietz Verlag 2016) und dem Sozialwissenschaftler Dr. Karl Heinz Roth (“Reparationsschuld – Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa”, Metropol Verlag 2017) . Anhand der dramatischen Geschichte der Partnerstadt Kölns soll über das schwierige Verhältnis zwischen Amnesie und Vergangenheitsbewältigung diskutiert werden. Die anschließende offene Diskussion mit dem Publikum soll die Möglichkeit jeder und jedem eröffnen Fragen zu der Geschichte Thessalonikis zu stellen und die Vergangenheitsbewältigung mit der hiesigen zu verbinden.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.
Veranstaltungsort: Filmforum im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Eintritt: frei
Veranstalter: Eyedolon Pictureworks, in Kooperation mit ΠΟΠ-Initiativgruppe griechische Kultur, A und A Kulturstiftung, Stadt Köln – Referat für Popkultur und Filmkultur.
Weitere Infos: Eyedolon Pictureworks, Michael Steinwand Tel: 0221-220-64307125


Literatur


Rena Molho

Der Holocaust der griechischen Juden Studien zur Geschichte und Erinnerung

cover_molho_webDie Historikerin Rena Molho, eine Kapazität auf dem Gebiet der griechischen Holocaustforschung, legt ihre Arbeiten zur systematischen Vernichtung der griechischen Juden erstmals auf Deutsch vor. Die Nazis löschten fast 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung Griechenlands aus. Dieser Teil der NS-Geschichte, seine Folgen und seine Aufarbeitung sind in Deutschland nahezu unbekannt.

Rena Molho gibt einen fundierten Überblick zu den historischen Ereignissen in Thessaloniki, dem »Jerusalem des Balkans«, in Ioannina, in der bulgarischen Besatzungszone Makedoniens und in Thrakien. Sie befasst sich aber auch mit der problematischen Erinnerungskultur zur Judenvernichtung in Griechenland heute, sie nimmt den Unterricht an den griechischen Schulen und die Wahrnehmung des »griechischen Holocaust« im Ausland in den Blick. Schließlich widmet sie sich der Sammlung und Erforschung mündlicher Zeugnisse von jüdischen Überlebenden und ihren christlichen Zeitgenossen. Wenn über deutsche Reparationszahlungen an Griechenland gestritten wird, darf die Ermordung der griechischen Juden kein blinder Fleck im historischen Bewusstsein bleiben.

Aus dem Griechischen übersetzt von Lulu Bail
264 Seiten Broschur 24,90 Euro
ISBN 978-3-8012-4238-1

Lesetext mit Inhaltsangabe und Vorwort von Nikos Zaikos als PDF – Datei: hier

Rena Molho

geb. 1946, Ph.D., griechische Historikerin, schreibt, forscht und lehrt über die jüdische Geschichte Griechenlands und des Osmanischen Reichs. 2010 wurde sie für ihre Arbeit mit dem Ordre des Palmes Académiques ausgezeichnet.

Verlag J.H.W. Dietz Nachf.
Dreizehnmorgenweg 24
D-53175 Bonn
Fax +49(0)228/234104
www.dietz-verlag.de

Presse Veranstaltungen
Mareike Malzbender Barbara
Tel. +49(0)228/1848 77-26 Tel. +49(0)228/1848 77-24 1
mareike.malzbender@dietz-verlag.de barbara.oh@dietz-verlag.de O.


Karl Heinz Roth · Hartmut Rübner

Reparationsschuld

Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Cover-RepDie Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert. Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert.

Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren und dokumentieren in diesem Arbeits- und Dokumentenband die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De-Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei plus Vier-Vertrag“) kulminierten.

Metropol Verlag März 2017

ISBN: 978-3-86331-265-7 ca. 650 Seiten · 29,90 Euro
Telefon (030) 23 00 46 23 Telefax (030) 2 65 05 18 www.metropol-verlag.de veitl@metropol-verlag.de

Metropol Verlag
Ansbacher Straße 70 D-10777 Berlin


In der Edition ROMIOSINI
pageHeaderLogoImage_de_DEDie Edition Romiosini ist ein Projekt des CeMoG mit freundlicher Unterstützung der Freien Universität Berlin und der Stavros Niarchos Foundation.
Die Titel der Edition Romiosini / CeMoG werden zur kostenlosen Online-Lektüre angeboten und können auch als E-Book oder Book-on-Demand erworben werden

Jüdische Orte in Thessaloniki: Ein historischer Rundgang
Rena Molho, Vilma Hastaoglou-Martinidis (Autor/in); Philipp Haugwitz (Übersetzer/in)

cover_molho_romiosini_webThessaloniki galt über Jahrhunderte hinweg als eine multikulturelle Stadt, deren Alltag durch die Koexistenz von Christen, Muslimen und Juden geprägt war. Zwischen 1492 und 1912 bildete die jüdische Gemeinde sogar die größte Bevölkerungsgruppe. Diese blühende Gemeinde machte Thessaloniki zu einer der berühmtesten jüdischen Städte der Welt, eine Bedeutung, die in Bezeichnungen wie Jerusalem des Balkans und Madre de Israel ihren Ausdruck fand.

ISBN-13: 978-3-946142-17-1
Date of first publication: 2016-09-05
Date of first publication in original language: 2009

http://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/14

Die Überlebenden. Widerstand, Deportation, Rückkehr. Juden aus Thessaloniki in den 1940er Jahren

Rika Benveniste (Autor/in); Dennis Püllmann (Übersetzer/in)

cover_webObwohl die Geschichte der griechischen Juden, wenn auch etwas verspätet, ausreichend erforscht worden ist, leistet das Buch von Rika Benveniste einen wesentlichen Beitrag dazu. Das gelingt ihm durch drei wesentliche Innovationen: Die Erzählung fokussiert auf Einzelschicksale und bewegt sich auf lokaler Ebene, statt ein landes- oder gar europaweites Panorama zu erfassen und allgemeingültige Ergebnisse zu präsentieren; durch die tiefgründige Erforschung der lokalen Geschichte zerstörter Gemeinden werden Verallgemeinerungen und Abstraktionen infrage gestellt. Gerade für die Geschichte des Holocausts haben solche Annäherungen bedeutende Beiträge geleistet.

ISBN-13: 978-3-946142-16-4 (Softcover)
Date of first publication: 2016-07-22
Date of first publication in original language: 2014

http://bibliothek.edition-romiosini.de/catalog/book/13

 


Am 18. und 19. November 2011 veranstaltete die ΠΟΠ
ein Seminar mit Austellung, Konzertabend und Schülerprogramm mit dem Titel

„Das jüdische Thessaloniki“

Flyer-Thessaloniki-2011_webIn der Kölner Partnerstadt Thessaloniki stellten die Juden lange Zeit die Mehrheit der Bevölkerung. Erst, als vor 99 Jahren nach dem Ersten Balkankrieg Saloniki vom Osmanischen Reich an das Königreich Griechenland abgetreten wurde, begann eine Trendwende, und durch Vertreibung, Flucht, staatlich gelenkten Bevölkerungsaustausch und freiwillige Binnenwanderung verstärkte sich mehr und mehr der Anteil christlicher Griechen in der Stadt.
Doch blieben die Juden Thessalonikis weiterhin gesellschaftlich und kulturell prägend, bis unter der deutschen Besatzung im Jahr 1943 fast die gesamte jüdische Bevölkerung in die Vernichtungslager abtransportiert und ermordet wurde. Der jüdische Friedhof, der größte Europas, wurde dem Erdboden gleich gemacht, Grabsteine in Häusern verbaut, viele Gebäude jüdischen Lebens enteignet oder zerstört. Dieser Aspekt der Kölner Partnerstadt blieb lange unterbelichtet – in Griechenland wie in Deutschland.
Teilnehmer und Referenten des Seminars waren:
Rena Molho, Niki Eideneier, Diana Siebert, Manuel Gogos, İlhan Yazgan, Bernd Berg und Team, Jugendclub Courage, Schüler des griechischen Lyzeums in Köln, Yvonne Eckhardt, Doğan Akhanlı, Jürgen Rompf, Maria Thoidou und Kostas Raptis
Das damalige Programm als PDF-Datei: hier

Dokumentation zur Tagung hier