„Lieder aus Thessaloniki“ – Eine Veranstaltung der ΠΟΠ

über einen Vortrag mit Savvas Mavridis, von Franz Ridderbecks

In Wort, Bild und anhand von Musikbeispielen präsentierte Herr Savvas Mavridis Volkslieder und Musikstücke über und aus Thessaloniki, eingebettet in den jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang der Geschichte der Partnerstadt Kölns.

mavridis_cover_webAnlass seiner Recherchen zu diesem Thema und die daraus folgende Buchveröffentlichung in Griechenland war der 100. Jahrestag der Befreiung Thessalonikis im Jahr 2012. Das Buch beinhaltet eine CD mit den Musiktiteln, die zum Teil neu eingespielt wurden.

Um einige Beispiele zu nennen, seien das erste Lied aus dem Jahre 1206, ein irisches Volkslied und das letzte Lied aus dem Jahr 1936 kurz erwähnt. Das erste Liedbeispiel des Vortrags und des Buches stammt aus dem Jahre 1206.

1204 besetzen die Kreuzritter Byzanz. Thessaloniki wurde vom König Bonifatius Mompheraticus regiert. Und dessen Hofmusiker Raimbaut de Vaqueiras komponierte im Jahre 1206 das Stück Kalenda Maya (Tagebuch vom Mai).

In der Zeit des 2 Weltkrieges waren 1915 Truppen der Entente (Frankreich und England) in Thessaloniki stationiert. Irische u.a. Soldaten desertieren. Daraus entsteht 1916 ein irisches Volkslied, („The shakers“) das u.a. von der bekannten irischen Gruppe „Dubliners“ gesungen wurde.

1936 hat dann der bekannte Rembetiko Sänger und Komponist Marcos Vamvakaris das Lied „1912“ komponiert, da sein Vater Soldat bei der Befreiung Thessalonikis war. Eine Befreiung übrigens, die Savvas Mavridis mehr als „Übergabe“ bezeichnete.

mavridis_aktionAlso höchst interessante und spannende Zusammenhänge und Hintergründe, die Herr Mavridis fesselnd und gestenreich vorzutragen wusste und durch Musikbeispiele, authentische Interviews und alten Fotos aus der Zeit eindrucksvoll dokumentiert wurden. Erwähnenswert sind natürlich noch die für ΠΟΠ Veranstaltungen fast traditionellen Tyropitakia, die von Anastasia Sakavara gebacken worden waren und der gute Kaffee aus fairem Handel, den die Evangelische Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt hatte. Beiden unseren Dank.

Fazit: Eine eindrucksvolle Veranstaltung der ΠΟΠ, die sicherlich auf den einen oder anderen Zuhörer inspirierend gewirkt und weiteres Interesse an der Arbeit der ΠΟΠ geweckt hat.

Bericht: Franz Ridderbecks
Fotos: Anastasia Sakavara, Jürgen Rompf
weiterführende Links: Jürgen Rompf

 

Links zum Thema:

Kalenda Maya

Dazu vielleicht noch in Wikipedia

 

Marcos Vamvakaris „1912“

Über Marcos Vamvarakis gibt es zahlreiche Dokumentationen im Internet. z. B. diese umfassende Dokumentation „M‘ Aresoun oi Kardies san ti diki mou“ von George Zervas. Die Dokumentation beleuchtet das Leben Vamvakaris‘ und den soziokulturellen Rahmen in dem sich der Künstler bewegte.