Ein Resumé seiner bisher 6 Deutschlandtouren zog Felix Leopold vor einigen Tagen auf Facebook.

von Felix Leopold

Felix_LeopoldMit meinem Projekt „Liederlyrik in zwei Sprachen“ bin ich inzwischen schon zum siebten Mal auf Deutschlandtour und möchte nach nun sechs Auftritten einen Pausentag nutzen, meine Eindrücke zu ordnen.

Es tut sich was. Dass die Besucherzahlen deutlich höher sind, freut mich natürlich. Viel wichtiger ist mir jedoch der Eindruck, dass ich nicht mehr gegen eine massive Wand aus Klischees und politischen Meinungen ansingen muss. Denn egal ob Krieg, Rassismus oder Ausbeutung …. immer nur gegen etwas singen zu müssen, macht selbst den poetischsten Sänger zum Krieger. Schließlich hat Goethe es in seinem Faust wunderbar dargestellt, wie sich Mephisto mit seinem „Ich bin der Geist, der stets verneint“ zum Deppen der herrschenden Meinung gemacht hat. So möchte ich nicht enden.

Ich möchte von einer Lebenssicht singen, dessen Denken Krieg, Rassismus und Ausbeutung ohnehin ganz selbstverständlich ausschließt. Das heißt zum Beispiel auch, dass ich nicht für Frieden singen will, weil das Verständnis dessen die Existenz von Krieg voraussetzt. Und außerdem weigere ich mich standhaft, das Publikum für so blöd zu halten, dass ich ihm in Liedern noch erklären muss, dass Krieg, Rassismus und Ausbeutung scheiße sind.

Wie gesagt, es tut sich was. Auch Griechenland scheint aus deutscher Sicht nicht mehr nur das Land einer selbstverschuldeten Krise zu sein, aus der es alleine nicht mehr rauskommt. Vielmehr habe ich zumindest bei meinen Konzerten den Eindruck, dass die Zuhörer danach gieren, Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Das freut mich, denn die Ordnung politischer Machtverhältnisse basiert stets auf der Feststellung all dessen, was uns Menschen voneinander trennt. Wirkliche Lösungen unserer Probleme finden wir hingegen nur auf der Suche nach Gemeinsamkeiten.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten Auftritte und hoffe, den ein oder anderen von euch dabei auch persönlich kennenzulernen.