„Warum musste Theo sterben?”

Kein Stück für Jugendliche, das an die Schulen verbannt werden sollte.

Eine Uraufführung, die folgerichtig in der Griechischen Gemeinde Köln stattfand, aber Anfangs doch mit einigen räumlichen und technischen Schwierigkeiten zurechtkommen musste. Dennoch eine beachtliche Leistung der Schauspieler: Angelina Galbeni, Mercedes Afonso, Otto Hauptmann, Aboubacar Traore und dem Regisseur Antonis Chryssoulakis.

Weniger Effekte (Sound und Licht) hätten der Aufführung des gelungenen Erstlingswerkes von Miltiadis Oulios allerdings recht gutgetan. Das lässt sich sicherlich bei den kommenden Aufführungen korrigieren.

Auffällig die Reaktion des Publikums, dass sich während der abschließenden Diskussion schnell auf den Konsens einließ, dass Stück müsse überwiegend an Schulen und vor allem vor Jugendlichen aufgeführt werden, denn „schließlich säße ja mit Sicherheit in dem anwesenden Publikum, niemand, der nicht schon über die NSU – Morde zwischen 2000 und 2006 Bescheid wisse.“

Mit diesem Konsens, nämlich die Auseinandersetzung mit der NSU, an die Jugend zu delegieren, wiederholt sich aber genau das, was auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zwischen 2000 und 2011 in Deutschland geschah und an dem wir uns, die Erwachsenen von Damals und wir, die Erwachsenen von Heute, messen müssen. Nämlich unsere mangelnde Sensibilität, für das was sich in der Mitte unserer Gesellschaft ereignet.

In dieser zwielichtigen Zone von latent vorhandener Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Ignoranz, Autoritätsgläubigkeit, vermeintlicher Aufgeklärt- und Vorurteilslosigkeit haben sich die Morde der NSU ereignet.

Deshalb sind es nicht nur die Jugendlichen von heute, die als Zielgruppe für dieses Theaterstück in Frage kommen sollten, sondern die Erwachsenen von damals und heute, sollten sich angesprochen fühlen. Erst dann macht “Warum musste Theo sterben?” Sinn.

(J.R)