„Athos/ der Heilige Berg in Griechenland“

Bericht über den Vortrag von Lothar Hoppen
in der Melchnthon Akademie Köln
von Helena Katsiavara

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Veröffentlicht: 10. März 2015 auf: Köln-InSight.TV

Lothar Hoppen, Ingenieur, Hobbyfotograf und seit vielen Jahren mit seinem Herzen in Griechenland stand erwartungsvoll und bereit in seinen Startlöchern. Er wollte den Zuschauern eine Welt digital auf der Leinwand vorlegen, in der Uhren anders ticken. Nikos Thanos der Vorsitzende der ΠΟΠ begrüßt die Gäste. Über die Zusammenarbeit, der mit der Melanchthon Akademie äußert, er seine große Freude. Schon 1965 war ein kultureller Austausch mit den damaligen griechischen Gastarbeitern Alltag gewesen und das bis vor 10 Jahren. Danach herrschte eine Pause. Nun sollen neue Wege eingeschlagen und Projekte realisiert werden mit dem Ziel des weiteren Kulturaustausches und der gegenseitigen Bereicherung.
athos_hoppen_09Als Lothar Hoppen das Zepter in die Hand nahm, um seinen sorgsam vorbereiteten Vortrag anzufangen, kündigt sich eine mentale Reise an in der fast tausendjährigen Mönchsrepublik. Diese befindet sich am dritten Finger der Touristenregion Chalkidike im Norden von Griechenland neben Thessaloniki. Die Region hat noch zwei andere Finger, die Kassandra und die Sarti. Beide sind Paradiese, die eine Mischung aus Massentourismus und von Möglichkeiten einsam für sich am Strand zu verharren, anbieten können. Klippe, Strand und Meeresfarben, die eine Reise zu den Malediven ersparen können, sind eine immer wieder festzustellende Tatsache für den Besucher.
Lothar Hoppen wollte aber zum dritten Finger von Chalkidiki zum Berg Athos. Er kam als Reisender erst mit dem Flugzeug nach Thessaloniki, dann reiste er mit dem Bus bis nach Ouranoupolis, auf Griechisch übersetzt: „Stadt des Himmels.“ Von dort an nahm er das Schiff zum heiligen Berg auf Griechisch: Agion Oros. Um auf dem Berg Athos zu gelangen, sollte man fast 6 Monate vorher ein Visum beantragen.
Er erzählt von seiner anfänglichen Enttäuschung, mit unzählig vielen Menschen zusammen gereist zu sein. Er hatte sich auf Stille, Einsamkeit und auf Spiritualität eingestellt, davon war aber auf dem Schiff nichts zu spüren. Angekommen in Dafni, dem Ankunftsort in Agion Oros, verstreuen sich dennoch die Menschen in allen vier Himmelsrichtungen zu den Pforten der 20 Klöster.
Lothar Hoppen ist ein Andersgläubiger, einer der den orthodoxen Glauben nicht teilt. So wird ihm von seinen Gastgebern, den Mönchen oft nicht in den großen Schlafräumen der Klöster ein Schlafplatz zugeteilt. Er bekommt nach strenger griechischer Gastfreundlichkeit ein extra Schlafzimmer in spartanischer Einrichtung zugeteilt. In der Mönchsrepublik sind oft die Extreme zu finden, einerseits die modernen Mönche, die im Geländewagen mit Sonnenbrille durch die Schotterwege das Gebiet durchqueren, andererseits die älteren konservativen Mönche, die sich gegen jeden neuen Glaubenswind, möge er auch christlich sein, wehren.
Lothar_Hoppen_2015_02Als z. B. der Papst sich zum ökumenischen Gespräch meldete, das seit der byzantinischen Zeit fehlte, gingen die Mönche einiger Klöster in die Barrikaden, mit der Drohung sich sogar in die Luft zu sprengen, bevor sie mit Andersgläubigen kommunizieren würden.
T-Shirts mit der Aufschrift: „Orthodoxie oder Tod“ sind nach dem Ereignis, seit dem, immer noch im Umlauf. Lothar Hoppe ergänzt nebenbei, die T-Shirts kosten 15,- Euro. Das Gebiet auf dem dritten Finger der Halbinseln verfügt über eine mystische Seite und sicherlich sind nicht alle Klöster vom religiösen Fanatismus geprägt.
Die Flora ist noch voll in Takt, die Uhren ticken innerhalb der Mönchsregion anders und nach einem Rhythmus, der bestimmt wird von Regeln, die nur vor Ort herrschen. In manchen Klöstern zählt man die Stunde null, sie wäre nach dem Sonnenaufgang, und so wird die Uhr danach gestellt. Die Menschen, die den Ort besuchen, haben eine Oase für sich entdeckt, um zum inneren Frieden und Ausgleich zu finden in einer Welt, die durch die Globalisierung und dem Kapitalismus, mit den Zielen des nie endeten Wachstums, gegen Mutter Erde arbeitet.
Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der heilige Berg Athos eine absolute Männerdomäne ist. Frauen sind dort nicht erwünscht! Sie können sich aber der kleinen abgeschnittenen Welt die einen Zoll hat und wie ein Staat im Staat funktioniert, nur vom Schiff heraus nähern, bis zu einer Entfernung von 500 Metern. Sogar weibliche Tiere sind auf dem Berg unauffindbar (!), außer Hennen, sie legen Eier für die Ikonenmalerei.
Ikonen sind bekanntlich sehr wichtig für die orthodoxen Klöster.
Wie es auch sei, der heilige Berg ist immer wieder eine Inspiration für viele Menschen männlichen Geschlechts, ein Paradoxon für andere beider Geschlechter und ein Feld, für, die nächsten sich zu wundern, wie so etwas noch in einem modernen Europa möglich ist.
Danke dennoch als weibliche Person an Lothar Hoppe, der durch seine Kamera einen Einblick in verbotene für Frauen Gemächer möglich gemacht hat.
Köln-InSight.TV zu Gast in der Melanchthon Akademie am 01.März 2015 beim Multimedia-Vortrag und der Diskussion unter dem Thema: Athos/der heilige Berg in Griechenland / Mönche – Mythos – Landschaften mit Lothar Hoppen
Moderation: Nikos Thanos/ Pop, griechische Kultur in Deutschland e. V.

Bericht: Helena Katsiavara
Foto: Lothar Hoppen

Weitere Informationen unter: www.foto-spuren.de/

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