Ermittlungen zur Shoah in Griechenland, 3. Mai 2011, 19:30 Uhr, Köln

Ermittlungen zur Shoah in Griechenland
Bildbericht und Vortrag von Christoph U. Schminck-Gustavus
(Prof. em. für Rechtsgeschichte, Universität Bremen)
Willy Schwarz (Chicago/Bremen) singt hebräische und sephardische Lieder zur Shoah.

7o Jahre nach dem Beginn der deutschen Besatzung die Schrecken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland unvergessen. Der Referent hat jahrelang im Epirus Zeugnisse und Erinnerungen an diese Zeit gesammelt und aufgezeichnet. Der Vortrag wird sich auf die Deportation der Jüdischen Gemeinde der Stadt Joannina konzentrieren.
Joannina war bis September 1943 italienisch besetzt. Als nach dem Kriegsaustritt Italiens die deutsche Besatzungmacht dort einrückte, begann sie auch hier mit der Ausmordung der griechischen Judenheit. Am 25. März 1944 begann die „Endlösung der Judenfrage“. Dem sind schließlich die jüdischen Gemeinden Griechenlands fast vollständig zum Opfer gefallen.
Beteiligt am Mordprogramm waren der Befehlshaber der deutschen Sicherheitspolizei in Athen, Walter Blume und der Bremer Gestapobeamte Friedrich Linnemann. Gegen sie ermittelte die Staatsanwaltschaft ab 1964. Das Verfahren wurde aber 1970 eingestellt und die Täter außer Verfolgung gesetzt.

Ort: Karl-Rahner-Akademie, Jabachstr.4-8, Köln-Innenstadt
Veranstalter: ΠΟΠ Initiativgruppe Griechische Kultur in der BRD  e.V.