Warum Musste Theo Sterben?, 3. Februar, Köln

Warum musste Theo sterben?
Der NSU, die Einwanderer und der Staat
von Miltiadis Oulios

Theodoros Boulgarides aus München war das siebte Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Ebenso wie die anderen Opfer wurden er und seine Familie von den Ermittlungsbehörden jahrelang krimineller Machenschaften verdächtigt – bis hin zur Zerstörung ihrer sozialen Existenz. Warum musste Theo sterben? bringt diese traumatischen Erfahrungen auf die Bühne und stellt sie in den Mittelpunkt einer Reflexion über Rassismus in unserer Gesellschaft und die Widersprüche in einer als „gut integriert“ geltenden Einwanderergruppe. Der Düsseldorfer Journalist Miltiadis Oulios hat ein vielschichtiges Stück geschrieben, das ein multinationales Ensemble intelligent und bewegend in Szene gesetzt wird.

Die Auseinandersetzung des Schauspiel Köln mit den NSU-Morden wird fortgesetzt. Das Gastspiel WARUM MUSSTE THEO STERBEN? stellt den Mord an dem griechischen Opfer, dem Münchner Schlüsselmacher Theodoros Boulgarides, in den Mittelpunkt. Die Familie des Opfers wurde durch die Ermittlungen der Polizei stigmatisiert, genauso wie es bei den Familien der türkischstämmigen Opfer der Fall war. Die Inszenierung bringt diese Erfahrungen auf die Bühne, lädt das Publikum zur Diskussion ein und wirft Fragen zu Rassismus, zum Selbstverständnis und den Widersprüchen einer als »gut integriert« geltenden Einwanderergruppe auf. Aus dem Umfeld der Opfer wurde Rassismus immer wieder als plausibler Grund der NSU-Mord- und Terrorserie benannt — lange vor der Selbstenttarnung des Neonazi-Netzwerks.

Wie die Äußerung dieses Wissensbestands aktiv unterbunden wurde und im Umkehrschluss die Opferfamilien sich selbst einer rassistisch-stigmatisierenden Ermittlungspraxis ausgesetzt sahen, diskutieren im Anschluss an das Stück Miltiadis Oulios (Autor WARUM MUSSTE THEO STERBEN?), Kutlu Yurtseven und Daniel Poštrak (Initiative »Keupstraße ist überall« und Tribunal »NSU-Komplex
auflösen«). Ausgehend der im Rahmen des Tribunals »NSU-Komplex auflösen« gemachten Erfahrungen, gehen sie dabei der Frage nach, wie dieses »Migrantisch situierte Wissen« offensiv in Stellung gebracht werden kann.
Eine Kooperation von Tribunal »NSU-Komplex auflösen« und Schauspiel Köln
Gefördert vom Fonds Soziokultur und der LAG Soziokultureller Zentren NRW
Eintritt 15 Euro | 8 Euro ermäßigt