Bericht: Buchvorstellung und Lesung mit Eleni Delidimitriou Tsakmaki in Köln-Porz

Bericht über eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutsch-Griechisches Kulturzentrum Köln-Porz e.V. und der Gesellschaft Griechische AutorInnen in Deutschland (GGA-BRD) im Deutsch-Griechischen Kulturzentrum Köln-Porz.

von Jürgen Rompf

Es war eine gemütliche, fast heimelige Runde, die sich am Sonntagnachmittag im deutsch-griechischen Kulturzentrum Köln Porz, zur Buchvorstellung und Lesung mit Eleni Delidimitriou Tsakmaki zusammengefunden hatte. Vorgestellt wurden die Bücher von der Autorin und von Maria Vagionaki aus Thessaloniki. Dimitra Siokou-Mavridou las ebenfalls einige Passagen vor. Musikalisch mit Akkordeon dabei, Maria Baba (unter anderem spielte und sang sie Ta pedia tou Pirea).

Von Eleni Delidimitriou Tsakmaki kenne ich auf Deutsch „Die Stoffpuppe“ und „Die ewige Suche nach der Heimat“ und war deshalb gespannt, wie die neuen Bücher von ihr, von dem griechischen Publikum, aufgenommen werden würden.

Unter grauen Himmeln (Κάτω από γκρίζους ουρανούς)

Geschichten von entwurzelten Menschen, verschleppten Kindern während des Griechischen Bürgerkriegs, von dem verschwundenen Baby Archontulas, von der verlassenen Stella, von Faruks-Odyssee, Frau Vassilikis neuem Leben im Altersheim, alles traurige Geschichten, doch mit einer Note Hoffnung und Optimismus.

Heldinnen ohne Denkmal (Ηρωίδες χωρίς Ηρώα)

Mich hat vor etlichen Jahren vor allem eine Veranstaltung für meine Arbeit in der ΠΟΠ geprägt. Es war der Besuch einer Europaabgeordneten 2011 in der Griechischen Gemeinde in Köln. Damals, das war zr schlimmsten Zeit der täglichen Medienhetze in großen Teilen der deutschen Presse, besonders der BILD-Zeitung. Bei der damaligen Diskussion, konnte man ältere Frauen und Männer mit Tränen in den Augen sehen, die in den sechziger Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren, deren Kinder zum Teil schon die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatten und die nicht verstehen konnten, woher diese Hetze gegen sie, die in Deutschland lebenden Griechinnen und Griechen sowie gegen Griechenland plötzlich gekommen war.

In der deutschen Fassung des Buches „Die Stoffpuppe“ heißt es:

„Wir kehren bald zurück», sagte ich allen. «Spätestens in zwei Jahren, bis wir uns ein eigenes Haus bauen. Paßt mir bloß auf die Kinder auf, und schreibt mir oft.“

„Aus zwei Jahren wurden dreiunddreißig und wer weiß, wie viele noch vergehen werden, bis ich meine Augen schließe. Jetzt weiß ich, als ich damals den Vertrag für ein Jahr Deutschland unterschrieb, unterschrieb ich ihn für mein ganzes Leben.„

Ein ganzes Leben mit so wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen, das muss man in der Literatur erst einmal suchen. Und wer bei dieser Lesung von Eleni Delidimitriou-Tsakmaki anwesend war, wird ermessen können, welche Bedeutung dieser letzte Satz hat, wenn er sich an die Feierstunde, aus Anlass des 50 jährigen Jahrestages des Anwerbevertrags für Arbeitnehmer zwischen Deutschland und Griechenland am 2. Mai 2010, im alten Plenarsaal des deutschen Bundestages erinnert, die eigentlich als eine „Erfolgsgeschichte für zwei Nationen zwischen Deutschland und Griechenland“ von der Vereinigung der deutsch-griechischen Gesellschaften (VDGG) mitorganisiert worden war, aber damals Gefahr lief, zu einem Trauerspiel für die deutsch-griechischen Beziehungen zu werden.

Soviel zu der Lesung. Danken möchte ich im Namen der ΠΟΠ und der GGA-BRD für die herzliche Aufnahme im Deutsch-Griechischen Kulturzentrum Köln-Porz. Besonders dem Vorsitzenden des Vereins, Kosmas Loutsopoulos, der uns auch die Räumlichkeiten des Zentrums gezeigt hat. Das Haus wurde von dem Verein „Deutsch-Griechisches Kulturzentrum Köln-Porz e.V.“ in den vergangenen Jahren in eigener Regie und auf eigene Kosten durch einen Anbau erweitert. Das Kulturzentrum bietet neben vielfältigen Freizeitangeboten auch Räumlichkeiten für kleinere Tagungen und eine Beratungsstelle für Griechinnen und Griechen an.

 

Jürgen Rompf