Mittwoch, 25. Juli 2018, Krise und Landraub in Griechenland,19:30 – 22:00 Uhr, Köln

Vortrag und Diskussion mit Prof.em. Costis Hadjimichalis (Harokopio Universität Athen)

Mit konsekutiver Übersetzung Deutsch-Englisch

Illustration: Lutz Kübellbäck

Die Kreditkrise Griechenlands ist Ausdruck der globalen Krise und fällt mit der zunehmenden Finanzialisierung, also dem Trend zu Investitionen in Vermögenswerte, zusammen. In Griechenland richtet sich das Interesse der Investoren seit 2010 vor allem auf öffentliches Eigentum. Zur bevorzugten Zielscheibe dieser Investoren wurden die wichtigsten Landeigentümer Griechenlands: der griechische Staat, Kirchen, Klöster und Banken. 

Costis Hadjimichalis beschreibt die Privatisierung vormals öffentlichen Eigentums als „Landraub“. Er wurde erleichtert, weil aus dem Planungsrecht protektionistische und auf sozialen Ausgleich abzielende Elemente entfernt wurden. Dazu kommt der schleichende Landraub von Wohnraum und landwirtschaftlichen Flächen kleiner Privateigentümer*innen in der Folge von Steuererhöhungen. 

Costis Hadjimichalis stellt diese Landraubprozesse in Griechenland in der Folge der globalen Krise dar. Im Anschluss an den Vortrag bleibt Zeit und Raum für eine eingehende Diskussion der vorgestellten Befunde, Thesen und Möglichkeiten zum politischen Handeln. 

Costis Hadjimichalis ist emeritierter Professor an der Harokopio Universität in Athen. Er arbeitet in den letzten Jahren zur Krisendynamik in der Europäischen Union mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der Krise in Griechenland. Dabei nimmt er insbesondere die Frage von Privatisierung öffentlichen Eigentums in den Blick – eine Folge der Austeritätspolitiken in Griechenland. Er ist Autor des kürzlich auf Deutsch erschienenen Buches „Schuldenkrise und Landraub in Griechenland“ (Verlag Westfälisches Dampfboot).

Moderation: Ass.-Prof. Dr. Stefanie Hürtgen und  Dr. Michael Mießner

VERANSTALTUNGSORT
Melanchthon Akademie
Kartäuserwall 24B
50678 Köln

Eine Veranstaltung in Kooperation mit

der Melanchthon Akademie, Köln
dem Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Athen,
dem Geographischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen,
dem Geographischen Institut der Universität Salzburg,
dem Griechenland Solidaritätskomitee Köln (GSKK)
der POP (ΠΟΠ) – Initiativgruppe Griechische Kultur in der Bundesrepublik Deutschland e.V.