Das griechische Parlament befürwortet die Ratifizierung des Griechisch-Deutschen Abkommens zur Gründung eines Griechisch-Deutschen Jugendwerks

Der Gesetzentwurf des Ministeriums für Bildung für die Ratifizierung des Abkommens zwischen Griechenland und Deutschland über die Zusammenarbeit im Jugendbereich und die Vorbereitungen für die Einrichtung eines griechisch-deutschen Jugendwerks wurde am 4.9.2018 sowohl in seiner Gesamtheit als auch auf die einzelnen Artikeln abgestimmt und von einer überwältigenden Mehrheit im Parlamentarischen Ausschuß für Kultur- und Bildungsangelegenheiten akzeptiert.
Alle Parteien haben die Ratifizierung des Vertrags befürwortet, außer der KKE, die sich enthalten hat und der Goldenen Morgenröte, die dagegen stimmte.
Der Generalsekretär für die Jugend, Pausanias Papageorgiou, akzeptierte die meist von Syriza- Abgeordneten geäußerten Einwände, die verlangten, den Begriff „Bekämpfung von Stereotypen“ aus dem Gesetzentwurf zu streichen, die in den Zielen des D-GR Jugendwerks enthalten ist.
Sowohl der Berichterstatter Andreas Rizoulis SYRIZA als auch die ehemalige stellvertretende Ministerin für Bildung Sia Anagnostopoulou (SYRIZA) haben darauf hingewiesen, dass diese Passage vielleicht die Aktionen des griechischen Staates für die Ansprüche und Forderungen auf deutsche Reparationen beeinflussen und schwächen könnte. In die gleiche Richtung gingen die Bemerkungen von Nikos Thiveos (SYRIZA).
Auf keinen Fall sind die Forderungen des griechischen Staates nach deutschen Reparationen von diesem Übereinkommen gefährdet. Es gibt auch einen wirtschaftlichen und moralischen Anspruch, versichert Herr Papageorgiou. Er fügte hinzu, dass sowohl im Vertrag, der im Jahr 2017 unterzeichnet wurde als auch in den Protokollen der Beratungen ausdrücklich erwähnt ist, dass dieses Problem nicht durch das Jugendwerk beseitigt werden kann.
„Es ist ziemlich klar, dass dieses Abkommen ein sehr positiver Schritt für die Zusammenarbeit zwischen den Jugendlichen beider Länder ist. Es ist auch ganz klar, dass alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen und viele Diskussionen zu diesem Thema getroffen sind, dass es in der Zukunft nicht als Alibi oder Vorwand gesehen werden kann, um die Ansprüche auf Kriegsreparationen weiterhin abzulehnen“, betonte zu Beginn der Sitzung der Bildungsminister Kostas Gavroglou.
SYRIZA, Unabhängige Griechen, Nea Dimokratia, Dimokratiki Symparataxi-DISY, (vormals PASOK), Zentrum’s Union, Potami (Der Fluss) stimmten für die Vereinbarung, die unter anderem gemeinsame soziale und politische Aktivitäten, Seminare und Austauschprogramme vorsieht, und sie waren sich einig, dass es bei der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern ein wichtiger Schritt auf der Ebene der Jugend ist.
Es wurde auch betont, dass die Einrichtung des griechisch-deutschen Jugendwerks fruchtbar und konstruktiv für die beiden Völker funktionieren wird und die europäische Idee stärken wird.
Quelle: Athener Presseagentur – Makedonische Presseagentur
Quelle: Griechisches Parlament: Griechisch-Deutsches Abkommen zur Gründung eines Griechisch- Deutschen Jugendwerks ifimerida.gr
Originalartikel auf griechisch: http://www.iefimerida.gr/news/441636/voyli-kyrothike-i-symfonia-elladas-germanias-gia-tin-idrysi-ellinogermanikoy-idrymatos Peloponnes-Zeitung
Rede von Andreas Rizoulis (SYRIZA-Abgeordneter von Achaia -Patras) im Plenum des Griechischen Parlaments am 6.9.2018
Andreas Rizoulis empfahl die Ratifizierung des Gesetzentwurfs und wies darauf hin, dass der Text wie folgt geändert werden sollte:
A) Die Streichung oder Änderung des Satzes „Bekämpfung von Stereotypen zwischen jungen Menschen in den beiden Ländern“, da Opferorganisationen und einihe Opfergemeinden der deutschen Besatzungzeit in Griechenland viele Vorbehalte gegenüber der Verwendung des Begriffs geäußert haben.
B) Die ausdrückliche Bezugnahme auf Aktionen des Jugendwerks mit Besuchen in Opfergemeinden der Periode 1941-1945″.
Der Abgeordnete sagte, dass eine Voraussetzung für eine sichere und demokratische Zukunft in Europa darin bestehe, dass es keine Wiederbelebung von Hass-Ideologien wie während der Periode des Nationalsozialismus und eine solide Kenntnis der historischen Wahrheit geben sollte.
Er wiederholte auch, dass die Verabschiedung des Gesetzentwurfs nicht mit Griechenlands Streben nach Entschädigungen gegen NS-Verbrechen zusammenhängt, die rechtlich aktiv und gerichtlich vollstreckbar sind.
Originalartikel auf Griechisch: http://www.pelop.gr/?page=article&DocID=480458

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