Freitag, 23. November: Dance Fight Love Die – Unterwegs mit Mikis Theodorakis, Rex am Ring/Köln, 18:45 Uhr

Dance Fight Love Die – Unterwegs mit Mikis Theodorakis
Ein Film von Asteris Kutulas

Ein clipartiges Notebook. 60 mal Musik. 60 Stories. 1 Anti-Romanze. Ein ungewöhnlicher Film über den musikalischen Anarchisten Mikis Theodorakis.

DANCE FIGHT LOVE DIE ist ein überbordendes visuelles Epos, ein poetisches Roadmovie, eine assoziative Filmcollage. Dabei dreht sich alles um das Universum des Komponisten Mikis Theodorakis, den Ausnahmekünstler eines dramatischen Jahrhunderts, der weltweit Millionen inspirierte, das Enfant terrible der jüngeren europäischen Musikgeschichte.
Asteris Kutulas begleitete Theodorakis von 1987 bis 2017 und ließ dabei immer wieder seine Videokamera laufen: 3 Jahrzehnte, 4 Kontinente, 100 Drehorte, 600 Stunden Filmmaterial. In seinem Film verwebt Kutulas sehr persönliche Momente mit Archiv-Material, dokumentarische Aufnahmen mit humorvoll-grotesker Fiktion und Theodorakis’ Musik mit ihrem Widerhall in den Interpretationen zahlreicher vorwiegend junger Künstler, u.a. als Jazz-, Klassik-, Electro- und Rap-Version.
87 Minuten Musik, kaum gesprochenes Wort. DANCE FIGHT LOVE DIE – ein unikaler Film über Inspiration, Eros und Thanatos.

Veranstalter:
Initiativgruppe Griechische Kultur e.V. (ΠΟΠ)
Rex Lichtspieltheater GmbH

Ort: Rex am Ring/Köln, Hohenzollernring 60, 50672 Köln
Eintritt: 7,50€
Internet: rex-koeln.de
Anfahrt: U-Bahn: Linien 3, 4, 5, 12, 15 Haltestelle Friesenplatz


WEITERFÜHRENDE LINKS
Die Webseite des Films: hier.
Die Facebookseite zum Film: hier.
Der Blog zum Film: hier.


 


DIRECTOR’S STATEMENT

In DANCE FIGHT LOVE DIE offenbart sich für mich die Geburt eines Films aus dem Geiste der Musik. Als Kind griechischer Bürgerkriegsflüchtlinge wuchs ich mit Theodorakis’ Musik auf. Das künstlerische Griechenland war uns in der Diaspora als Heimat geblieben. „Unterwegs mit Mikis“ dokumentiert eine visuelle Annäherung, eine Verfolgungsjagd, eine Blickachse hinüber zum Kosmos des Komponisten Theodorakis. Ein hybrider Film über ein hybrides Leben, das exemplarisch zwischen verschiedenen Polen verläuft: zwischen der Peripherie und dem Zentrum, zwischen Griechenland, Deutschland, Europa und allen Kontinenten, zwischen Intimität und öffentlichem Auftritt, zwischen Schwarz-Weiß und Farbe, zwischen Garderobe und großer Bühne. Als Berliner Künstler hatte ich dabei die Mauer immer vor Augen, das Niemandsland immer im Rücken. DANCE FIGHT LOVE DIE stärkt das Immunsystem.


MikisTheodorakis 1987 ©AsterisKutulas

Mikis Theodorakis
Für den 1925 geborenen Theodorakis stand die Musik immer im Mittelpunkt seines Lebens. Er komponierte, dirigierte, probte oder produzierte – immerfort, überall, ohne Unterbrechung. Einen rauschhaften Eindruck von dieser phänomenalen Arbeitsintensität und eine Ahnung vom Abenteuer des On-the-Road-Seins vermittelt der Film DANCE FIGHT LOVE DIE.
Theodorakis hat das kulturelle Europa des 20. Jahrhunderts auf vielfältige Weise geprägt. Er begeisterte und beseelte in zahlreichen Ländern ein Millionenpublikum mit seiner Musik und seiner konsequent demokratischen Grundgesinnung, für die er wiederholt ins Gefängnis und in die Verbannung musste. Für viele war Theodorakis der Inbegriff des kreativen und humanistischen Griechenlands, das sich gegen das destruktive, restriktive Griechenland erhob. Als diese herausragende, ungewöhnliche Erscheinung, als ungeheuer inspirierendes Phänomen, als ein spannender, widersprüchlicher Künstler wird Theodorakis bis heute verstanden und immer wieder neu entdeckt.
Sein Beispiel verdeutlicht die Dramatik unserer Zeit: den Spagat wagen zu müssen zwischen extremem Individualismus einerseits und Eingebundensein in die Realitäten der Zeit andererseits – weshalb dieser Film auch unter der Beuysschen Überschrift stehen könnte: „Zeige deine Wunde“ … Von einem hochgradig sensiblen Künstler erzählt DANCE FIGHT LOVE DIE, im Übrigen eine „Film-Komödie“, wie Regisseur Asteris Kutulas sein Werk verstanden wissen will.


Asteris Kutulas (Regisseur)

Asteris Kutulas ©Guido Karp

1960 in Oradea (Rumänien) als Sohn griechischer politischer Emigranten geboren; 1968 Übersiedlung nach Dresden; Abitur an der Kreuzschule; 1979 bis 1984 Studium der Germanistik in Leipzig; seit 1981 Autor, Übersetzer und Publizist; Herausgeber der Publikationsreihe „Bizarre Städte“ (1987-1989) und der Zeitschrift „Sondeur“ (1990/91); seit 1986 im europäischen Konzertmanagement tätig; seit 1989 Musik- und Eventproduzent; seit 1981 Zusammenarbeit mit Mikis Theodorakis; seit 1982 Arbeit als Drehbuchautor, Film-Produzent und Regisseur. 2015 Gründung des Hellas Filmbox Festivals. Asteris Kutulas lebt in Berlin. Vor DANCE FIGHT LOVE DIE drehte er seinen Feature-Film RECYCLING MEDEA (2014). Beide Filme gehören zur „Thanatos“-Tetralogie, an deren noch fehlenden Teilen ANTIGONE und ELECTRA Asteris Kutulas seit Januar 2018 arbeitet.