Maria Laftsidis-Krüger, Vom Pontos in den Pott

Vom Pontos in den Pott
Maria Laftsidis-Krüger

Es geht um die Vertreibung kleinasiatischer Griechen aus ihrer mehr als zweitausend Jahre alten Heimat.Es geht um die Ansiedlung der unerwünschten Flüchtlinge in der alten Heimat, von Menschen, die anders aussehen und sprachen, die anders aßen, sangen und wenn sie Griechisch sprachen, dann so anders und mit einem merkwürdigen Zungenschlag, der so an das Altgriechisch der Antike erinnerte. Es ist die Geschichte einer Assimilation unerwünschter Menschen in einen Staat,der nach einem verlorenen Krieg am Rand der finanziellen Existenz stand und außer schlimmern Lagern den von Heimweh gepeinigten Landsleuten nichts bieten konnte. Es ist die Geschichte von fleißigen Menschen, die sich nicht aufgaben und sich in der ungewohnten „Heimat“ ein neues Leben und Auskommen schafften mit einem Zusammenhalt und Elan, der seinesgleichen suchte. Und es ist die Geschichte einer erneuten wirtschaftlichen Entwurzelung, die Tausende junger Griechen noch einmal in die Fremde trieb.

Sprache: Deutsch
ISBN: 9783746714387
Format: Taschenbuch
Seiten: 436
Bestellen unter: https://www.epubli.de


Von Andreas Deffner ist eine Besprechung des Buches in Neafoni Heft 16, Dezember 2018 erschienen.Hier ein Auszug:

„Wie beim Öffnen einer randvollen Schatzkiste, wird der Leser von der ersten Seite an in den Bann der Goldstücke der Erinnerung gezogen. Und dabei ist das Buch tatsächlich keine leichte Kost. Vielmehr werden bereits auf den ersten Seiten Parallelen zu aktuellen Entwicklungen gespiegelt, deren hässliche Fratze sich schleichend auch in unsere alltägliche Gesellschaft zu zeichnen scheint. Das Heute wird zum Spiegelbild der Familiengeschichte der Autorin, die Mitte des 19. Jahrhunderts im Pontos beginnt. Es ist die Zeit, in der erste Vorzeichen andeuten, dass das friedliche Nebeneinander von Christen und Muslimen bald zu Ende gehen würde: „In alltäglichen Kleinigkeiten konnte man es spüren, diese unfassbare Fremdenfeindlichkeit. Sie war nun Fremde in ihrem Land. (…) aber sie konnte nicht verstehen, was der Auslöser war. Wo dieser Hass her kam.“ So wird die 80-jährige Zaira aus Trapezunt zitiert. Die Familiengeschichte nimmt in den folgenden Kapiteln durch die erhitzte Geschichte ebenso an Dramatik zu, wie der aufkeimende Fremdenhass. Osmanen und Griechen lebten plötzlich in ihrer einst gemeinsamen Welt mehr und mehr getrennt voneinander.“